In der Welt der Hautpflege gibt es so viele Wirkstoffe und Herangehensweisen, dass es oftmals gar nicht so leicht ist, den Überblick zu behalten. Selbstverständlich sollte und muss man aber gar nicht alle Wirkstoffe in die eigene Hautpflege-Routine einarbeiten. Viel wichtiger ist, dass sich darin die Wirkstoffe befinden, die die eigene Haut tatsächlich benötigt. Bakuchiol könnte einer davon sein.
Was ist Bakuchiol – und hat der Wirkstoff etwas mit Retinol zu tun?
Auf chemischer Ebene könnten Retinol und Bakuchiol gar nicht unterschiedlicher sein. Bakuchiol entstammt den Samen und Blättern der Babchi-Pflanze, es ist also ein rein pflanzlicher Wirkstoff. Neu ist dieser nicht, er kommt schon seit Jahrhunderten in der Traditionellen Chinesischen Medizin und beispielsweise im Ayurveda zum Einsatz. Verglichen wird Bakuchiol dennoch oftmals mit Retinol, was aber hauptsächlich an der Wirkweise und nicht an der chemischen Struktur liegt. Beide docken nämlich an denselben Rezeptoren an.
Welche direkten Unterschiede gibt es zwischen beiden?

Vorweg: Beide Wirkstoffe können nur ein Element einer individuellen Hautpflege-Routine sein. Es braucht natürlich auch noch hydratisierende Stoffe, sowie solche die einen peelenden Effekt haben. Tagsüber ist unbedingt ein hoher UV-Schutz angeraten. Auch deshalb, weil die Hautkrebszahlen seit Jahren steigen und viele kosmetische Wirkstoffe den hauteigenen UV-Schutz reduzieren können. Wobei sich hier schon ein erster Unterschied zeigt: Retinol macht die Haut lichtempfindlicher, Bakuchiol hingegen nicht. Es schützt die Haut sogar vor den oxidativen Schäden von UV-Strahlung.
Weitere Unterschiede zeigen sich bei einer genauen Betrachtung:
- Retinol reguliert den Zellwechsel und steigert die Kollagenproduktion. Letzteres macht auch Bakuchiol, zudem hat es die schon erwähnte antioxidative Wirkung.
- Retinol kann häufig zu Hautirritationen führen, da es tendenziell ein relativ aggressiver Wirkstoff ist. Bakuchiol gilt gemeinhin als deutlich verträglicher und stabilisiert sogar die Hautbarriere.
- Bakuchiol kann ein- bis zweimal täglich am Morgen und Abend genutzt werden, Retinol sollte hingegen immer nur am Abend appliziert werden.
- Während der Schwangerschaft sollte Retinol nicht genutzt werden, Bakuchiol gilt hingegen als unbedenklich.
Beide Produkte können in unterschiedlicher Konsistenz verarbeitet werden. Ein Bakuchiol Serum ist der Klassiker, denn durch die flüssige Textur lässt es sich zwischen der Reinigung und der späteren Hydratisierung über eine Creme leicht in die Hautpflege-Routine integrieren. Retinol wird relativ gleichmäßig wahlweise als Serum oder Creme beziehungsweise Gel formuliert.
Für wen eignet sich nun welcher Wirkstoff?
Grundlegend ist Retinol bei Menschen mit empfindlicher oder problematischer Haut oftmals eher schwierig. Der Wirkstoff ist zwar hocheffektiv, aber eben auch sehr aggressiv. Das kann Hautzustände wie Rosazea, Ekzeme, Couperose, Rötungen sowie Reizungen vor allem in den ersten Wochen deutlich verschlimmern. Bakuchiol kann hingegen auch von sensiblen und empfindlichen Hauttypen genutzt werden.
Wer Angst vor „Purging“ hat, also der anfänglichen Verschlechterung der Haut, kann ebenfalls beruhigt zu Bakuchiol greifen. Dies ist bei einer generellen Verträglichkeit dem Wirkstoff gegenüber nicht zu erwarten. Bei Retinol ist das Purging hingegen fast schon selbstverständlich. Weiterhin gilt aber auch: Eine schöne Haut und sichtbare Anti-Aging-Effekte basieren auf einem ganzheitlichen Ansatz, auch Aspekte wie die Ernährung, der Kontakt mit Schad- und Reizstoffen sowie Stress und Co. sollten daher berücksichtigt werden.








