Hanfgewächse sind Nutzpflanzen, die seit Jahrtausenden in unterschiedlichsten Bereichen verwendet werden. Aus Pflanzenteilen der weiblichen Hanfpflanze gewinnt man Cannabis. Die Substanz, die vor allem im Zusammenhang mit Rauschmitteln bekannt ist, dient aber auch medizinischen sowie medizinisch-wissenschaftlichen Zwecken.
Wofür werden Cannabisextrakte eingesetzt?
Cannabis und den darin enthaltenen Cannabinoiden wird ein therapeutisches Potenzial nachgesagt. In Deutschland sind Cannabisextrakte seit 2011 zur Behandlung chronischer Schmerzen zugelassen. Medizinprodukte, die Wirkstoffe der Cannabispflanze erhalten, werden „off-label“ bei Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schlafproblemen, Nervosität, ADHS und depressiven Verstimmungen eingesetzt. Eine Selbsttherapie mit Cannabismitteln ist möglich, allerdings muss diese ärztlich überwacht werden. Für den Erwerb von Medizinal-Cannabisblüten ist eine Ausnahmeerlaubnis, die bei der Bundesopiumstelle zu beantragen ist, nötig. Da es sich bei Produkten mit Cannabis um verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt, muss ein vom Arzt ausgestelltes Rezept vorgelegt werden. Alternativ kann man eine Behandlungsanfrage für medizinisches Cannabis online bei Dienstleistern wie Blitzblüte stellen. Die auf Therapien mit medizinischem Cannabis spezialisierte Plattform will eigenen Angaben zufolge den Zugang zu medizinischem Cannabis vereinfachen und beschleunigen. Erste Medikamente auf Cannabisbasis gab es in Europa schon Ende des 19. Jahrhunderts. Der Hanf gilt als bewährte Heilpflanze, deren Inhaltsstoffe schmerzlindernde, krampflösende und entzündungshemmende Eigenschaften haben sollen.
Eigenschaften und Merkmale verschiedener Cannabinoide

In der Öffentlichkeit wird die Cannabispflanze hauptsächlich im Zusammenhang mit dem gleichnamigen Rauschmittel wahrgenommen. Dabei beruht die therapeutische Wirkung der Cannabinoide auf ihren schmerzlindernden, muskelentspannenden und appetitanregenden Fähigkeiten. Die genaue Wirkweise dieser bioaktiven Verbindungen konnte noch nicht vollständig entschlüsselt werden. In der medizinischen Forschung geht man davon aus, dass das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) für die beruhigenden Effekte des Cannabis verantwortlich ist. Daher werden Cannabis-Mittel oft zur Linderung bei Stress, Nervosität, Angstzuständen und Schlafstörungen eingesetzt. Aufgrund der entzündungshemmenden Eigenschaften finden Cannabis-Präparate in der Schmerztherapie Anwendung. Nutzhanf enthält auch das im Unterschied zu THC nicht psychoaktive CBD. Cannabidiol wirkt angstlösend, entspannend und leicht entzündungshemmend. Die Substanz kommt meist als CBD-Öl bei mentaler Überlastung, schlechtem Schlaf und unspezifischen Schmerzen ohne körperliche Ursache zum Einsatz. Die Cannabispflanze enthält neben diesen Hauptwirkstoffen weitere Cannabinoide wie Cannabigerol (CBG) und Cannabichrom (CBC). Vor allem in den Blütenknospen der Pflanze werden hunderte wertvoller Flavonoide, Phytocannabinoide, Terpenoide, Alkaloide, Phytosteroide und Glykoproteine vermutet. Aufgrund dieser Erkenntnisse ergibt sich der Rückschluss, dass die vollständige therapeutische Wirkung von Cannabis noch nicht bekannt ist.
Arzneimittel und Medizinprodukte richtig anwenden
Verschreibungspflichtige Arzneimittel und rezeptfreie Medizinprodukte entfalten die gewünschte Wirkweise nur, wenn diese genau nach Vorschrift eingenommen werden. Der Behandlungserfolg hängt davon ab, ob die ärztlichen Anweisungen befolgt und das Produkt regelmäßig angewendet wird. Zeitliche Abstände spielen dabei eine wichtige Rolle, denn viele Medikamente sind mehrmals täglich in bestimmten Abständen einzunehmen. In der Regel sind die Einnahmehäufigkeit sowie der Einnahmezeitpunkt (vor oder nach einer Mahlzeit) auf dem Beipackzettel beschrieben. Eigenmächtige Änderungen der Dosierung gilt es zu vermeiden, da diese die Behandlung gefährden und zu Nebenwirkungen führen können. Beim Auftreten unerwünschter Zusatzwirkungen sollte das Arzneimittel nicht weiter angewendet und der Arzt benachrichtigt werden. Nicht immer ist eine Medikamenteneinnahme notwendig. Kommt man nach einer schlaflosen Nacht morgens nicht aus dem Bett, helfen schon ein kleiner Spaziergang oder eine Tasse Kaffee, um sich besser zu fühlen.








