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Physiotherapie und Ergotherapie: Wie erkennt man, welche Therapieform für einen Menschen vorteilhafter ist?

Beide Begriffe werden im allgemeinen Sprachgebrauch manchmal gleichgesetzt, was aber nicht ganz korrekt ist. Der Unterschied zwischen der Physio- und der Ergotherapie liegt in der Herangehensweise und dem daraus abgeleiteten Ziel. Beides miteinander zu kombinieren, kann in Einzelfällen und je nach Behandlungsplan daher ebenfalls in Frage kommen.

Der Fokus von Physiotherapie und Ergotherapie

Die Physiotherapie hat das große Ziel, die Funktion wiederherzustellen, während bei der Ergotherapie das Handeln wiederhergestellt werden soll. Damit verschiebt sich automatisch auch der Fokus. Der liegt bei der Physiotherapie auf der Funktionalität des Körpers beziehungsweise dessen Bewegungsapparates. Im Fokus stehen dort beispielsweise die Muskeln, Gelenke, das Nervensystem sowie der ganzheitlich miteinander agierende Bewegungsapparat. Das kann im Idealfall Schmerzen lindern, die Agilität und Mobilität wiederherstellen oder sich zu Gunsten der Kraft und Ausdauer auswirken. In Anbetracht dessen ist es besonders kritisch, dass in Deutschland bekanntlich viel zu wenige Physiotherapeuten existieren.

Bei der Ergotherapie steht hingegen ein ganzheitlicher Ansatz im Fokus. Es werden also körperliche, geistige und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Ziel der Ergotherapie ist es, die Lebensqualität zu steigern, meistens im Gleichschritt mit einer Steigerung der Alltagskompetenz. Betroffenen soll es ermöglicht werden, durch die Ergotherapie wieder aktiver und eigenständiger am Alltag teilzunehmen. In der Praxis kann das ganz unterschiedlich aussehen: Manchmal geht es schon darum, dass sich Betroffene selbständig anziehen oder beispielsweise eigenmächtig etwas schreiben und essen können.

Konkrete Beispiele, wann Physiotherapie und/oder Ergotherapie sinnvoll sind

Konkrete Beispiele, wann Physiotherapie und/oder Ergotherapie sinnvoll sind

Ein ganz klassisches Beispiel für eine mögliche Physiotherapie sind Rückenschmerzen. Die sind in Deutschland eine Volkskrankheit und haben zudem einen nicht unwesentlichen Anteil an der Gesamtzahl der Krankheitstage. Auch bei einem Schlaganfall könnte eine Physiotherapie helfen, das Gehen wieder Schritt für Schritt zu erlernen. Je nach Schwere des Schlaganfalls, könnte aber auch eine Ergotherapie in Frage kommen. Vor allem dann, wenn nun alltägliche Handgriffe zum Hindernis geworden sind, wie beispielsweise sich selbst das Frühstück zuzubereiten oder den Reißverschluss der Jacke zu verschließen.

Aufgrund der Überschneidungen und weil oftmals ein körperlicher ebenso wie ganzheitlicher Fokus hilfreich sind, führen Dienstleister wie Elementa Therapie beide nicht selten unter einem Dach zusammen. So bleiben die Wege für Betroffene kurz, was in deren Situation eine große Hilfe darstellt.

Die unterschiedlichen Methoden der Physio- und Ergotherapie

Überschneidungen sind hier in Einzelfällen denkbar, grundlegend greifen die Physio- und Ergotherapie aber auf jeweils getrennte „Werkzeugkästen“ zurück.

Bei der Physiotherapie sind das beispielsweise:

  • Manuelle Therapie
  • Krankengymnastik
  • Massagen
  • Wärme- und Kältetherapie
  • Lymphdrainage

Bei der Ergotherapie sind typische Beispiele:

  • Motorisch-funktionelles Training der Feinmotorik
  • Hirnleistungstraining
  • Hilfsmittelberatung
  • Handwerkliche Techniken

Wer also vor allem unter Schmerzen und Strukturproblemen bei Bewegungen leidet, wird als erste Wahl mit großer Wahrscheinlichkeit die Physiotherapie in Betracht ziehen. Selbiges gilt nach akuten Verletzungen oder Operationen. Eine kardiovaskuläre und neurologische Basisarbeit kann die Physiotherapie ebenfalls leisten, sofern beispielsweise das Gleichgewicht und die Gehfähigkeit zu Problemfällen avancierten.

Die Ergotherapie wäre hingegen die erste Wahl, sofern ein teilweiser oder vollständiger Verlust der Selbständigkeit eingetreten ist oder wenn die Koordination der Hände und Finger Probleme bereitet. Auch bei erforderlichen Anpassungen des Arbeitsplatzes oder Wohnraumes und bei ADHS oder nach einem Schlaganfall könnte eine Ergotherapie in Betracht gezogen werden.

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